Wanderjahr 2019 - ab Ostern ausgeschildert

Zurück zur Natur - Spaziergänge von der Kartause Ittingen aus

Wandeln entlang des Kreuzgangs zur Klosterkirche war für die Kartäusermönche
eher Alltag, der sonntägliche Spaziergang hingegen diente der Erholung, fühlten sie sich doch «durch die Lieblichkeit der Einöde und die Schönheit der Flur aufgerichtet und neu belebt» – so die Statuten des Kartäuserordens.
Zum Spazieren und Wandern laden die ehemalige Klosteranlage und ihre Umgebung geradezu ein. Ob unterwegs auf verschiedenen Themenpfaden durch die Gärten oder auf einem Gang durch den Ittinger Wald, durch die Weinberge, über Wiesen und Äcker zur nahen
Thur oder zum Nussbaumersee, die Bewegung belebt die Sinne, tut gut und macht einen Besuch in der Kartause Ittingen zu einem ganzheitlichen Erlebnis.

Kultur und Natur Schritt für Schritt erleben

Die Natur rund um die Kartause Ittingen ist idyllisch. Zu jeder Jahreszeit lässt sich auf Spaziergängen Verborgenes und Unerwartetes entdecken. Der Ittinger Wald und der Nussbaumersee sind zusammen mit den Renaturierungsprojekten im Seebachtal ein wichtiger
Mosaikstein in der Landschaft von nationaler Bedeutung zwischen Thur und Rhein. Wir haben abwechslungsreiche Spazier- und Wanderrouten zusammengestellt.

Unterwegs auf eigene Faust – Routenvorschläge

Machen Sie sich auf den Weg, es hat für alle eine passende Route.
Wir wünschen erholsame und eindrückliche Natur- und Kulturerlebnisse.

Ab Ostern erhältlich

Die Karten zu den Spaziergängen und Wanderrouten sind ab Ostern hier auf der Webseite sowie an der Réception und im Klosterladen erhältlich. Der Flyer zum Wanderjahr wird ebenfalls ab Ostern auf der Anlage ausliegen.

Mehr Informationen zu den zwölf ausgewählten Routen finden Sie hier:

Gartenkunst-Route

Auf vier Themenpfaden durch Gärten und Jahrhunderte
Entdecken Sie die Kartause und ihre Gärten auf besondere Art und Weise:
Vier Personen begleiten Sie zu speziellen Orten und lenken Ihre Aufmerksamkeit auf die verborgenen Schönheiten der Klostergärten. Besucherinnen und Besucher bestimmen den Weg anhand eines Plans und den eigenen Vorlieben selbst und entdecken, dass die Erzählungen der vier Personen durch deren besonderen Interessen bestimmt sind.
Ein älterer Mann lenkt seine Aufmerksamkeit auf die Grundbedingungen der Existenz und rezitiert auch mal ein Gedicht. Eine junge Frau – sie könnte eine Landschaftsgärtnerin sein – weiss viel über die Veränderung, denen die Gestaltung der verschiedenen Gartenbereiche im Lauf der Jahrhunderte unterworfen war.
Ein junger Kunsthistoriker geht mit seinem Publikum durch Museumsräume und Gärten und verliert sich in Fantasien über Natur und Landschaften, die sich in Bildern und Skulpturen spiegeln, während eine ältere Frau viel über die Wirkung der Kräuter weiss und wie diese in Produkten bis heute Verwendung finden.
Ein Audioguide-Gerät können Sie an der Museumskasse ausleihen. Dessen Benutzung ist im Eintrittspreis in die Museen enthalten.

Ittinger Kloster-Route

Geführt von zehn Kurzhörspielen die Geschichte des Klosters erkunden
Im Lauf der Zeit haben viele Menschen ihre Spuren in der Kartause Ittingen hinterlassen. Auf der Klosterroute bietet sich die Möglichkeit, solchen Personen fast leibhaftig zu begegnen. Ausgerüstet mit Kopfhörern lässt sich etwa miterleben, wie der Müller und der Prokurator über die Verleihung der Mühle handelseinig werden, oder wir belauschen den Gutsherrn Victor Fehr, der beim Billardspiel im ehemaligen Kapitelsaal nicht eben bescheiden einem Gast die Schönheiten seines herrschaftlichen Domizils vor Augen führt. Der Kirchenpatron von Ittingen, der heilige Laurentius, kommt ebenso zu Wort wie der Ordensgründer Bruno oder die Märtyrerin Viktoria.
Die Kurzhörspiele sind verbunden mit einzelnen Klosterräumen, wodurch beim Hören der Stücke immer auch einiges über die Funktion der Räume und deren Geschichte vermittelt wird: eine unterhaltsame Gelegenheit, mehr über die Ideen der Mönche, aber auch anderer Bewohner der Kartause zu erfahren. Auf der Klosterroute wird der Museumsbesuch zum einzigartigen Erlebnis.
Ein Audioguide-Gerät können Sie an der Museumskasse ausleihen. Dessen Benutzung ist im Eintrittspreis in die Museen enthalten.

Ittinger Schnitzeljagd

Entdeckungstour an versteckte Orte, etwa 60 Minuten.
Karte erhältlich an der Réception.
Die Schnitzeljagd führt an verschiedene, zum Teil verborgene Orte auf der ganzen Anlage, vom Gutsbetrieb über den Hof in die Gärten, zur Quelle, auf die Himmelsleiter, zu den Museen und zum Weiher.
Mit einigem Kombinationsgeschick werden auf diese Weise versteckte Winkel der ehemaligen Klosteranlage entdeckt, die sonst verborgen bleiben. Die Ittinger Schnitzeljagd ist ideal für kleine Gruppen von drei bis zwölf Personen. Kosten: CHF 7.- pro Person, Familien pauschal CHF 20.-





 

Kohlemeiler-Route

Durch den Ittinger Wald zum Köhlerplatz – 30 Minuten hin und zurück.
Seit vielen Jahren wird im Wald der Kartause Ittingen nach alter Tradition ein Kohlemeiler aufgebaut und feierlich in Betrieb genommen.
Das «Anfahren» des Kohlemeilers ist öffentlich. Während des Abbrennens erhalten Sie Informationen dazu aus erster Hand. Durchs Jahr finden sich Informationstafeln zum Köhlerhandwerk am Ort des Geschehens. Die Ittinger Holzkohle ist im Klosterladen ganzjährig erhältlich.
Im Frühling 2020 wird das nächste Mal ein Kohlemeiler aufgebaut im Ittinger Wald.



Kunst-Route

Auf dem «Ittingen Walk» von Janet Cardiff werden Raum und Zeit zum sinnlichen Erlebnis.
Im Kunstmuseum Thurgau wird ein ganz besonderes Geherlebnis angeboten: der Ittingen Walk von Janet Cardiff. Ausgerüstet mit Kopfhörern und Abspielgeräten begibt sich das Publikum auf einen Gang durch die Klosterräume und erfährt den Ort dabei mit besonderer Intensität. Die kanadische Künstlerin führt die Teilnehmenden mit Erzählungen, Geräuschen und Klängen in einen fiktiven Erfahrungsraum, der wie eine Parallelwirklichkeit die sichtbare Welt erweitert. Ausgehend vom Kloster, seiner ehemaligen Bewohner und der aktuellen Nutzung entwickelt sie eine eigene Erzählung, die von Stille und Meditation, aber auch von Sehnsucht und Fremde erzählt. Elemente aus Vergangenheit und Gegenwart – Fluglärm und das Schweigen der Kartäusermönche, Kriegslärm und historischer Ittingersturm - mischen sich mit einer verführerischen Beziehungsgeschichte zu einem attraktiven Erlebnis.
Fragen Sie an der Museumskasse einfach nach dem Ittingen Walk. Der Rundgang dauert 19 Minuten und ist im Museumseintrittspreis von CHF 10.-/7.- (reduziert) enthalten.

Labyrinth-Route

Im Thymian-Labyrinth auf verschlungenen Pfaden Schritt für Schritt zur Mitte.
Etwas versteckt hinter Hecken liegt das Labyrinth neben dem Barockgarten - ein idyllischer Fleck inmitten der Gärten der Kartause Ittingen. Die Wege sind mit Thymianpflanzen in den sandigen Boden gezeichnet. Über 20 verschieden Arten sind zu finden.
Ein Labyrinth ist nicht zu verwechseln mit einem Irrgarten. Ein Irrgarten führt die Menschen in die Irre. Ein Labyrinth aber führt die Menschen, die es betreten, unbeirrbar auf ein Ziel zu: zur Mitte. Ein weiser Mann hat einmal gesagt: „Im Labyrinth verliert man sich nicht. Im Labyrinth findet man sich.“
Im Gehen wird der Weg durch das Labyrinth zur meditativen Übung. Der Blick richtet sich nach innen. Das äussere Gehen wird zu einem Gang durch die eigene Seele. Deshalb ist nicht der direkte Weg gefragt, auch Umwege gehören dazu. Das Ziel wird nicht gradlinig erreicht, sondern will in Stufen langsam erschritten werden.

Ranft-Route

Bruder Klaus begegnen im lauschigen Ittinger Ranft oberhalb der Nordmauer des Klosters.
Bücher über Bruder Klaus in der Klosterbibliothek, eine Reliquie des Eremiten und das Bild im Refektorium zeigen, dass sich die Kartäuser von Ittingen intensiv mit dem Einsiedler vom Flüeli Ranft beschäftigten und in ihm einen Seelenverwandten sahen. Der „Ittinger Ranft“ macht diese Verbindung erfahrbar: ein spiritueller Ort mitten in der Natur mit einem kleinen Teich, einem plätschernden Bach und einem wilden Tobel. Ein Ort zum Ein- und Abtauchen, ein Ort, um Bruder Klaus zu begegnen.
Reto Friedmann, Tonkünstler und Texter hat eine TonSPUR geschaffen, die einen narrativen Zugang zu Bruder Klaus und seiner Frau Dorothee bietet, die Verbundenheit der Kartäuser mit ihm thematisiert und seine Relevanz für die heutige Zeit auslotet. Die TonSPUR kann mit einem Museums-Audioguide, auf dem Handy (QR-Code) oder im Internet (www.tecum.ch) gehört werden.

Rosen-Route

Mit dem Rosenbuch durch die Gärten spazieren und über die «Königin der Blumen» lesen.
Im Frühsommer verwandeln tausend Rosenstöcke in über 250 meist historischen Rosensorten die Kartause Ittingen in einen romantischen Blütenzauber. Die grösste Sammlung historischer Rosensorten der Schweiz fasziniert jedes Jahr aufs Neue.
Begleitet vom Buch „Die Rosen der Kartause Ittingen“ wird der Spaziergang durch die Gärten zu einer betörenden Reise in die Geschichte der Rose allgemein und in der Kunst Ittingens im Speziellen

Das Buch ist erhältlich im Klosterladen und im Museumsshop zum Preis von CHF 58.-.





See-Route

Wanderung zum Nussbaumersee und zurück, 3 bis 4 Stunden.
Die Mönche von Ittingen waren im Besitz der Nussbaumer Seen und bezogen daraus Fisch für ihre Verpflegung. Das unter Naturschutz stehende Gebiet um diese Seen gilt heute aufgrund seiner Geschichte und der wertvollen Lebensräume für seltene Pflanzen– und Tierarten als Landschaft von nationaler Bedeutung.
Eine Wanderung im Seebachtal und um die Seen ist in jeder Jahreszeit ein Erlebnis. Ab Kartause Ittingen führt der Weg dahin über Wiesen und Äcker, vorbei an Bauernhöfen sowie der Burgruine Helfenberg.
Die Wanderzeit kann halbiert werden, indem der Hin- oder Rückweg zur Seenlandschaft mit dem Postauto zurückgelegt wird (Haltestellen Hüttwilen, Stutheien oder Nussbaumen, Tobelbrunnen).


Wald-Route

60-minütiger Rundgang durch den artenreichen Ittinger Wald.
Aufgrund der geographischen und geologischen Gegebenheiten finden sich im Ittinger Wald auf relativ kleinem Raum sehr unterschiedliche Pflanzengesellschaften. Von Feuchtstandorten über schattige Senken zu sonnenexponierten Südhängen findet sich alles. Deshalb wurde hier 1997 das erste Thurgauer Waldreservat ausgeschieden.
Neben seltenen Pflanzen- und Tierarten trifft man auch auf 120-jährige Exotenbäume, welche damals zu Versuchszwecken gepflanzt wurden. Viel Wissenswertes anhand von Beispielen an ausgesuchten Standorten vermittelt die Broschüre Führer durch den Ittinger Wald, welche im Klosterladen für CHF 11.- erhältlich ist.
Für Gruppen bieten wir auch geführte Rundgänge durch den Ittinger Wald an. Für Anfragen: T. 058 345 10 60 oder sekretariat.kunstmuseum@tg.ch


Wasser-Route

Von der Quelle zu den historischen Brunnen - ein Rundgang im Zeichen des Wassers.
Eine ergiebige Quelle am Fuss des Rebbergs im Norden der Kartause Ittingen dürfte ein wesentlicher Grund gewesen sein, dass hier vor fast 900 Jahren ein Kloster gegründet wurde. Mit Teuchelleitungen (ausgebohrte Baumstämme) wurde bereits in früher Zeit das Wasser an die Orte des Verbrauchs in Brunnen geleitet. Auch heute wird das Quellwasser vielseitig genutzt. Sowohl für die Tiere im Stall als auch für eine eigene Fischzucht wird das Quellwaser verwendet.
Im Sommer können zudem die Gärten bewässert werden und die Kühle des Wassers wird auch für die Klimatisierung der Seminarräume genutzt. Die historischen Brunnen auf der Anlage werden immer noch mit Quellwasser gespiesen.
Eine Ausstellung im Ittinger Museeum gibt zusätzlich Auskunft über die Bedeutung des Wassers zur Klosterzeit.



Wein-Route

Weinwissensweg durch den Weinberg
Die idyllischen Weinberge der Kartause Ittingen laden auf eine Entdeckungstour ein.
Auf zehn Tafeln rund um den Rebberg Kirchwingert erfahren Sie Wissenwertes zur Geschichte des hiesigen Weins, zur Pflege der Reben übers Jahr, zum Terroir und zum Weinsortiment der Kartause Ittingen. Ein Erlebnisrundgang, der Lust auf ein feines Glas Kartäuser Wein macht!
Dauer: 30 bis 40 Minuten



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